Elefantenherde im Sambesi-Valley

Einige Anmerkungen zu oft diskutierten Fragen:

Zu den "Monolithics" Geschossen aus Vollmessing:

Mit diesen Geschossen gab es einige Probleme:

Bis auf das Problem der grösseren Länge sind mittlerweile verbesserte Monolithics auf dem Markt. Mit weichen Legierungen (Kupfer) oder einer rillenförmigen Gestaltung des zylindrischen Schaftes (driving bands) konnten Bedenken hinsichtlich  der Gefahren durch überhöhten Druck ausgeräumt werden.

Leider hat sich durch die vermehrte Einführung der Kupfergeschosse mit ihrer gegenüber bleigefüllten Geschossen größeren Länge eine Philosophie breit gemacht, die empfiehlt, leichte Geschosse zu verwenden, diese würden durch ihre grössere Geschwindigkeit die geringere Masse kompensieren. Das ist auch richtig für Deformationsgeschosse, die infolge ihres kleineren Pilzes eine relativ größere Eindringtiefe als bleigefüllte TM haben. Bei den Großwildgeschossen kann man diese Überlegungen aber nicht anwenden. Die Impulsdichte bzw. der Penetrationsindex bleiben einfach zu niedrig, man kann geringere Masse bei den Jagdpatronen nicht durch Geschwindigkeit ersetzen, ohne in unzulässig hohe Druckbereiche zu kommen.

Am Beispiel einer Laborierung für die .458 WinMag Patrone, 500 grs bei 610 m/s oder 2000 f/s sei gezeigt, wie der Druck für leichtere Geschosse ansteigen muss, um das gleiche Penetrationsvermögen zu erreichen: 500 grains at 2000 fps: 3600 bar 400 grains at 2500 fps: 4600 bar 350 grains at 2857 fps: 5800 bar Der maximal zulässige Druck nach der Piezo-Methode ist 4300 bar, für die Kupferstauchzylinder-Methode 3800 bar..(-Mehr-)

Zur Energieabgabe des Geschosses beim Durchgang durch den Wildkörper:

Was bewirkt der Impuls?

Der Impuls eines Geschosses ist bei einigen Autoren wahrscheinlich in die Diskussion gekommen, weil bei der relativ neuen Sportdisziplin des Silhouettenschießens der Impuls die wichtigste Maßzahl ist für die Fähigkeit, das aus einer senkrecht aufgestellten Stahlplatte bestehende Ziel  zum Umkippen zu bringen. Bei der Jagd ist aber nur die Fähigkeit, zerstörende Arbeit in den vitalen Zonen zu leisten, von Bedeutung. Der "umwerfende" Impuls ist bei Jagdgeschossen bedeutungslos klein. Schützt man eine Person durch eine entsprechende Vorrichtung (Schutzweste, Stahlplatte) vor dem Eindringen des Geschosses in den Körper, kann diese den Impuls einer .308 Win auf einem Bein stehend parieren, ohne umzufallen!

Auch ist es eine Märchen, wenn in aufregenden Jagdberichten z.B. behauptet wird, ein im Sprung angreifender Löwe sei durch die auftreffende Wirkung eines Geschosses quasi in der Luft zurückgeworfen worden. Erfahrene Schützen werden sich sicher schon gewundert haben, dass ein breit stehendes Stück bei einem guten Kammerschuss immer auf die Seite des Einschusses fällt, also gegen die Richtung des Impulses, zum Schützen hin.

Viel Masse nützt nichts:Elefant in Zimbabwe

In keinem der Fälle würde das dem Elefanten etwas ausmachen!

Ablenkung von Geschossen im Wildkörper:

Welche Geschossgeschwindigkeit?

Diese Frage ist gelegentlich Gegenstand kontroverser Ansichten. Neuere Patronenentwicklungen wie die WSM und RUM verleiten technikbegeisterte Hobbyballistiker dazu, auch Großwildpatronen mit möglichst hoher Vo zu propagieren.

Eine andere Gruppe mehr nostalgisch gesinnter Jäger meint, mit sehr geringen Geschwindigkeiten, aber grosser Geschossmasse, die ideale Patrone zu haben.

Viele Grosswildjäger, die z. Tl. mehrere hundert Elefanten erlegten, haben ihre Erfahrungen in Büchern niedergeschrieben. Wenn sie auch manchmal zu unterschiedlichen Einschätzungen der verschiedenen Kaliber kommen, so schält sich doch die Empfehlung einer Geschossgeschwindigkeit um die 2400 f/s (730 m/s) als nahezu "magische" Vo heraus. Höhere Geschwindigkeiten würden keinen Nutzen bringen, eher Probleme bereiten. Wenn auch diese Beurteilungen z. Tl. unter Verwendung älterer Geschosskonstruktionen gemacht worden sind, ist auch heute diese Empfehlung gültig. Weiteres im Kapitel "Penetration Index". Auch sind Geschossgewichte oberhalb 500 gr vom normalen Jäger oberhalb dieser Geschwindigkeiten kaum noch zu handhaben.


Elefant in Zimbabwe


Vollmantelgeschosse

Wie gut moderne Vollmantelgeschosse (FMJ) sind, wird auch in einer neueren Untersuchung von Ch. Haley, African Hunter, Vol.5 No.6 Dec.99 gezeigt:


Zur .416 Rigby und .416 RemMag:

Die 1911 von Rigby eingeführte .416 Rigby war zu der Zeit die überragende Patrone für die Jagd in Afrika. Sie wurde sofort von den Fachleuten als die best geeignete und zuverlässigste Patrone akzeptiert. John Taylor bezeichnete sie als "essential cartridge" .Auch heute wird sie noch als die beste Repetierbüchsenpatrone, die je angeboten wurde, bezeichnet. In den ersten 70 Jahren ihres Bestehens sind aber nur verschwindend wenige Büchsen von Rigby hergestellt worden. Das lag daran, das Rigby nur sehr teure exclusive Büchsen auf Basis des langen Mauser Magnumsystems baute. Dagegen erfuhr die schwächere, aber billige .404 von Jeffery mit Mauser Normalsystem eine weite Verbreitung. Folgerichtig war dann das Wiederaufleben der .416 Rigby in den letzten Jahren und die Schaffung der .416 RemMag mit der gleichen ballistischen Leistung in einer kleineren, aber für übliche  Büchsen besser geeigneten Hülse.

Mein Buschmann Tracker Neuere Randpatronen für  Doppelbüchsen,
die die geforderten Eigenschaften aufweisen, sind z.B. :
   
.500/.416 N.E.
   .450 Assegai
   .416 Rimmed.

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