Penetration Index und Energie

                                  nach A.B.Alphin, Any Shot You Want, On Target Press 1996
Kaliber     Patrone             Geschoss-
gewicht gr
Sectionale
Density
Penetration
Index
Vo
 f/s  
Vo
   m/s  
Eo
   Joule     
7 mm 7x57 Mauser        

175

.310

110

2400

730

 3000

.308 30-06

200

.301

125

2640

805

 4000

.338 .338 WinMag

250

.313

137

2660

810

 5300

.375 .375 H&H

300

.305

123

2590

790

 6000

.375 H&H

325

.330

132

2470

753

 6000

9,3 mm 9,3x64

293

.313

128

2575

785

 5800

9,3x62

286

.305

106

2400

730

 5000

.416 .416 Rigby&RemMag                

410

.338

131

2400

730

 7000

.423 .404 Jeffery

400

.319

 81

2313

705

 6400

.458 .458 WinMag

480

.327

102

2200

670

 7000

dto.

500

.341

100

2150

655

 6300

dto.

500

.341

 83

1900

580

 5400

.458 Lott .450 Ackley

480

.327

122

2400

730

 8300

.458 Lott impr.

500

.341

132

2400

730

 8600

.450 Dakota

500

.341

138

2450

747

 9000

.460 Weatherby

500

.341

149

2550

777

 9800

.475 .470 N.E.

500

.318

 92

2150

655

 7000

.470 N.E.

500

.318

 84

2050

625

 6300

.470 Capstick

500

.318

115

2400

730

 8600

.505 .505 Gibbs

525

.294

 99

2400

730

 9100

.510 .500 N.E.

570

.313

 91

2150

655

 7900

dto.

570

.313

 70

1900

580

 6100

.500 Jeffery

535

.304

 98

2400

730

 9300

dto.

570

.313

107

2350

716

 9500

.495 A-Square

570

.313

112

2400

730

 9900

.500 A.Square

600

.330

134

2500

762

11000

.577 .577 N.E.

750

.313

 82

2050

625

 9500

.577 Tyrannosaur

750

.313

118

2470

753

13700

.585 Nyati

750

.313

112

2400

730

13000

.600 N.E.

900

.334

 84

1950

594

10300

.700 .700 N.E.

1000

.292

 67

2000

610

12000

1.000 4 bore

1881

.269

 24

1300

396

 9500

.224 .22 Hornet

  45

.128

 20

2450

747

  810

.510 .50 BMG

750

.412

227

2600

792

15200

Bewertung:

Penetration Index unter 85: Bedenklich, für den Schuß auf das Haupt des Elefanten nicht in jeder Situation geeignet. PI zwischen 85 und 100: bedingt geignet. PI zwischen 100 und 120: gut geeignet. 120 bis 130: auf der sicheren Seite. Über 130: absolute Spitzenwerte für Großwildpatronen, rot markiert.

Nicht aufgeführte Patronen lassen sich an Hand ihrer Querschnittsbelastung (Sectionale Density) und Mündungsgeschwindigkeit leicht einordnen.

Man sieht deutlich, dass bei den extrem "dicken" Kalibern eine Erhöhung der Geschossmasse zwar einen großen Anstieg der Energie bringt, aber die Penetration aufgrund der geringeren Geschwindigkeiten zu wünschen übrig lässt. Man sieht auch, wie z.B. bei der .500 NE eine schache Ladung schnell zu Problemen führen kann. Diese Einschätzungen sind in der Praxis mehrfach bestätigt worden, u.a. auch mit schwächeren Ladungen des "Modekalibers" .500 NE. Fehleinschätzungen passieren auch sogen. Experten, so ist es z.B. nicht gelungen, einen Elephanten, frontal beschossen, zu Fall zu bringen. Die dabei verwendete kostbare neue .500 NE Doppelbüchse war zur Schonung nur mit einer schwächeren Laborierung geladen. PI unter 80.

Für einen Schuss "hinter die Schulter" (wie Selous ihn beschreibt) oder ins Herz ist ein PI von über 20 ausreichend. Diesen Wert erreicht seine alte 4 bore Büchse ebenso wie ein modernes Teilmantelgeschoss, das sich nicht zerlegt und eine begrenzte Deformation aufweist. Ein von 11,6 mm auf 18,5 mm aufgepilztes 500 gr Geschoss hat einen PI von 21.

Während die meisten Indices, die die Geschosswirkung im Zielobjekt beschreiben sollen, mehr oder weniger Mutmaßungen darstellen, ist der Penetration Index, obwohl auch nur aus Beobachtungen in der Praxis abgeleitet, doch eine technisch plausible Größe. Der Penetration Index kann leicht aus den Größen Energie und Querschnittsbelastung, wie sie in den Tabellen der Patronen- bzw. Geschosshersteller angegeben werden, berechnet werden. Bezogen auf die benutzten physikalischen Einheiten hat der Wert des PI die gleiche Dimension wie eine Impulsdichte zum Quadrat. Die Impulsdichte ( Impuls pro Flächeneinheit ) ist nun aber ein Wert, der allgemeingültig bei der Abschätzung des Penetrationsvermögens der unterschiedlichsten Projektile benutzt werden kann. Die Quadrierung ist nur eine Folge der einfacheren Berechnung bei Jagdgeschossen, ändert aber nichts an der Reihenfolge der Werte.


Der Penetrations Index dient nur zur vergleichenden Beurteilung verschiedener Kaliber mit Vollmantel- oder Monolithicgeschossen, wobei die Geschossform in etwa die gleiche sein muß. Die Grafik rechts zeigt die Eindringtiefe in einer Modellsubstanz als Funktion des PI für verschiedene Kaliber und die gute Übereinstimmung. Die reale Tiefenwirkung der Geschosse im Wild ist zwar proportional dem PI, lässt sich aber wegen der unterschiedlichen Gewebe- und Knocheneigenschaften quantitativ nicht berechnen, schon garnicht für Deformationsgeschosse.

Die Gestalt des Geschosskopfes kann erheblichen Einfluß auf die Eindringtiefe in verschiedenen Medien haben, wie die oben zitierten Ergebnisse zeigen. Allgemein wird heute die von Kynoch eingeführte Form benutzt, ein schlanker Rundkopf mit etwas abgeplatteter Spitze. Geschosse mit halbkugelförmiger Spitze, wie die meisten Vollmessinggeschosse, sind etwas schlechter, Flachkopfgeschosse oft besser in der Penetration. Eine Ausnahme ist der weiter unten beschriebene Super Penetrator, der in seiner Penetrationseigenschaft dem Einsatzzweck angepasst werden kann.


Die Abhänigigkeit des PI von der Entfernung zeigt die folgende Tabelle für einige beispielhafte Kaliber:

                              Entfernung m
Geschoss:  0    25  50  75 100
.458/500, 580 m/s  83  79  75  71  67
.458/500, 731 m/s 132 126 120 114 109
.500/570, 655 m/s  90  86  82 78 74
.500/535, 731 m/s  98  94  87  86  82


Oft wird die Frage gestellt, wie die .460 Weatherby zu beurteilen ist. Diese Patrone mit einem PI von ca. 150 ist ein extremer Sonderfall unter den Großwildpatronen. Wer den erhöhten Rückstoß beherrschen kann, ist mit dieser Patrone gut bedient, wenn man Folgendes beachtet: Mit modernen Vollmantelgeschossen ist sie eine hervorragende Elefantenpatrone, besonders als backup-Waffe für den Berufsjäger, weil der hohe PI eigentlich nur bei abgehenden Elefanten ausgenutzt werden kann. Für die Jagd auf anderes Wild mit Teilmantelgeschossen muß man sehr stabile Geschoßkonstruktionen wählen. Z.B. BarnesX, Trophy Bonded, Jensen o.ä. Mit älteren, konventionellen Typen beobachtet man oft ein zu starkes Aufpilzen oder Zerplatzen und damit eine zu geringe Penetration und Wirkung. Dieser Effekt hat in der Vergangenheit zu kritischen Bemerkungen über die .460 Weatherby Anlass gegeben. Auch die verallgemeinerte Behauptung, bei einer Vo > 750 m/s wäre eine Großwildpatrone problematisch, entstand, weil wegen der gesetzlichen Kaliberbeschränkung die Mehrzahl dieser Beobachtungen mit den Weatherby Patronen gemacht wurde. Nur diese haben diese Geschwindigkeiten und zeigen Probleme bei falscher Geschosswahl. Ausserdem haben Weatherby Geschosse eine sehr geringe Drallstabilisierung. 1 : 16 statt 14", ich empfehle sogar 12" bis 10". und deshalb auch geringere Stabilität im Ziel. Dangerous game wird auf kurze Distanz geschossen, die schnelleren Geschosse brauchen aber mehr Zeit (Weg), um stabil zur Ruhe zu kommen, besonders bei langen Dralllängen. Also kein Wunder, wenn gelegentlich die Stabilität des Geschosses im Ziel nicht vorhanden war. Dann bekommt das Geschoss oft einen starken seitlichen Impuls und man beobachtet die starke Ablenkung.

Bueffelherde in Dande Safari Area

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